Edelsteinhaus - Jedes Haus ein Juwel

Inspiration N°75

Gestaltung und Zweck – Geometrie und Fantasie

Die Treppe ist ein prägendes Element für den Charakter eines Hauses.

Nichts macht die elementare Bedeutung der Treppe so deutlich wie die Tatsache, dass nicht der Mensch sie erfunden hat, sondern die Primaten. Die Treppen-Kultur begann mit der ersten gestalteten Treppe vor 10.000 Jahren in Mesopotamien, schon damals bedeutete sie mehr als bloß die Verbindung von Räumen. Heute ist die Treppe ein Bauelement, in dem Nutzen, Form und Lebensgefühle miteinander verschmelzen.

Häufig vermittelt die Treppe den ersten Eindruck vom Charakter eines Hauses. Als Wendel- oder Spindeltreppe kann sie einen kubusförmigen Raum von seiner geometrischen Schwere befreien. Einem großen Raum kann sie formalen Inhalt geben, einen kleinem Raum durch ihre Eleganz in Form und Material das Gefühl von Weite.

Kein Wunder, dass die Vielfalt im modernen Hausbau auch eine Vielfalt an Treppen hervorgebracht hat. Gerade und gewundene Treppen, Wendeltreppen, Bogentreppen, Stahlwangentreppen, Schmalwangentreppen, Faltwerktreppen, Kragstufentreppen. Treppen aus Holz, aus Aluminium, aus Glas und Stein. Doch nicht jede Treppe passt in jedes Haus. Deshalb ist sie ein wesentlicher Faktor bei der Bauplanung. Wie sollen Oben und Unten verbunden werden? Die Klarheit beginnt mit der Frage, wie viel Innenraum zur Verfügung steht. Muss sie steil und damit platzsparend sein oder darf sie ein künstlerischer Gegenstand werden, über den das Auge mindestens so häufig geht wie die Füße.

Doch selbst die fantasievollste Treppe beruht auf einer Anzahl bautechnischer Regeln. Wie groß ist die Lauflänge, wie die Auftrittshöhe, Auftrittsbreite, Stufenzahl, Steigungsgrad, Am leichtesten lässt sich die Lauflänge einer geraden Treppe berechnen: Man multipliziert einfach die Auftrittsbreite mit der Anzahl der Stufen, wobei oben und unten jeweils ein Meter Platz für Antritt und Austritt gelassen werden sollte.

Um die Anzahl der notwendigen Stufen zu berechnen teilt man die Geschosshöhe durch die geplante Steigungshöhe. Wichtig für Komfort und Sicherheit ist die Steigung der Treppe. Um sie zu berechnen wird die Geschosshöhe durch die geplante Länge der Treppe geteilt und erhält so den Steigungswert. Faustregel: Ist dieser Wert größer als 1, ist die Treppe zu steil. Ein Faktor für Sicherheit und Komfort ist auch die Höhe der einzelnen Stufen, die idealerweise zwischen 16 und 18 cm liegen sollte (Steigungshöhe).

So treffen bei der Treppe Gestaltung und Zweck, Geometrie und Fantasie zusammen, Handwerk und Kunst wie einst in dem legendären Treppen-Sketch von Charlie Rivel, als der große Clown die Treppe zu einem Gegenstand reiner Poesie machte. So etwas hätte man auch gerne zu Hause.

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